Mythos Milch - MIlchkonsum kritisch betrachtet

 Viele Mythen existieren rund um den hohen Stellenwert des täglichen Milchkonsums, dabei geht es in erster Linie um Kuhmilch. Milch und Milchprodukte werden seit Jahrzenten als gesunde Lieferanten für Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe gepriesen.

 


Dem Konsument wird vermittelt, dass für die Erhaltung der allgemeinen Gesundheit, vor allem für die der Knochen, ein regelmäßiger Milchverzehr einen sehr hohen Stellenwert hat. Auch Die Werbung suggeriert: Milch ist für jeden gesund. Solche Werbeaussagen sind in den USA längst verboten. Nicht so in Deutschland und in Österreich – die EU fördert die Bewerbung von Milchprodukten sogar mit finanziellen Mitteln.

 

Ergebnis dieser starken Propagierung des Milchverzehrs ist die weit verbreitete Überzeugung, dass das Essen von so vielen Milchprodukten wie möglich wichtig für die Knochengesundheit sei.

 

Ganzheitlich betrachtet ist jedoch der Gedanke, dass alleine kalziumreiche Lebensmittel eine gesunde Knochendichte garantieren, schlichtweg falsch. Denn es kommt immer auf das Gesamtverhältnis der Nährstoffe an. Nur wenn dieses stimmt, ist die Kalziumbilanz in einem positiven Bereich.

 

Fazit: Ja, Kalzium ist notwendig – Milch aber nicht.

Was steckt dahinter?

Viele internationale Studien haben bereits gezeigt, dass eher das Gegenteil der Fall ist und rollen mit dem Mythos auf, dass Milch immer und auch in größeren Mengen gesund ist.

 

Der menschliche erwachsene Körper enthält 1-1,5 kg Kalzium. 99% davon sind in unseren Knochen eingelagert, der Rest befindet sich im Blut. Die Knochen dienen als Kalziumspeicher. Sobald der Kalziumlevel im Blut abfällt, wird es aus den Knochen entnommen, um wieder ein Mineralstoffgleichgewicht im Blut herzustellen. Die richtige Konzentration von Kalzium im Blut ist lebensnotwendig. Kalzium erfüllt wichtige Aufgaben für Atmung und Herzschlag. Eine Kalziumbestimmung aus dem Blut alleine gibt also keine aufschlussreiche Auskunft über die Kalziumversorgung des gesamten Körpers.

 

Eine Studie aus der USA hat ergeben, dass hoher Milchkonsum einerseits bei Männern das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken erhöht (um ca. 30%).

Hinzu kommt, dass Millionen von Menschen überhaupt keine Milch vertragen. Viele unspezifische Symptome und Beschwerden stehen mit einer Milchunverträglichkeit bzw. mit einer Milchallergie in Verbindung. Mittels Blutuntersuchungen wird sichtbar, dass sich im Falle einer wirklichen Milchallergie Antikörper im Körper befinden, die der Organismus als Antwort auf den Milchverzehr produziert.

 

Milch hat Allergiepotential – Kuhmilch ist ja bekanntlicherweise die Muttermilch für das Kalb und ist daher auch in ihrer Zusammensetzung auf die Bedürfnisse des Kalbes abgestimmt. Im Tierreich kommt Milch nur für die Aufzucht der arteigenen Nachkommen zum Einsatz. Nicht so beim Menschen. Wir trinken und essen Milchprodukte vieler verschiedener Arten. Besonders das Eiweißprofil der Kuhmilch ist für den menschlichen Organismus oft nur sehr schwer zu verarbeiten und ist daher auch die Hauptursache für Allergien und Neurodermitis bei Kindern im Säuglingsalter. Stillende Mütter die regelmäßig Kuhmilchprodukte verzehren, erhöhen dadurch auch das Neurodermitis-Risiko beim Säugling.

 

Bei Problemen im Bereich des Magen-Darm-Trakts, einem schwachen Immunsystem oder anderen unspezifischen gesundheitlichen Beschwerden, ist es immer gut die Kuhmilchprodukte weitgehenst vom Speiseplan zu streichen um das Immunsystem nicht zusätzlich durch das hohe Allergiepotential ständig zu fordern.

 

Wenn Milchprodukte – dann Schaf- oder Ziegenmilchprodukte. Diese sind um ein vielfaches verträglicher, da deren Eiweißmoleküle um 40x kleiner sind und damit leichter vom Körper aufgenommen werden können.

 

Keine Milch bei Osteoporose

Das Verhältnis von Kalzium und Phosphor in der Milch, insbesondere im Käse, ist so ungünstig, dass das in der Milch enthaltene Kalzium nicht richtig aufgenommen werden kann. Darüber hinaus wird die Nebenniere angeregt, vermehrt Hormone zu produzieren, die bewirken, dass sogar noch Kalzium aus den Konchen herausgelöst wird, damit der Kalziumspiegel im Blut konstant bleibt. Die Knochen dienen in diesem Fall als sogenanntes Puffersystem um wieder auszugleichen. Diese Vorgänge begünstigen aber wiederrum das Entstehen von Osteoporose (Abnahme der Knochendichte) – also es passiert genau das Gegenteil was uns die Milchindustrie glauben lassen möchte.

Übersäuerung durch hohen Milchkonsum

Zusätzlich wird Milch vom Körper sauer verstoffwechselt. Damit der Körper diese Übersäuerung ausgleichen kann, müssen abermals körpereigene Mineralien frei- gesetzt werden, damit die entstandenen Säuren neutralisiert werden können.

Gezielte Nahrungsmittelauswahl für eine gute Knochendichte

Kalzium, Protein und Phosphor spielen dabei die bedeutenste Rolle. Dabei ist es aber nicht wichtig möglichst viel der einzelnen Mineralstoffe aufzunehmen, sondern vielmehr das Verhältnis zwischen Aufnahme und Ausscheidung.

 

Kalziumreiche Lebensmittel: Bohnen, grünes Blattgemüse, Getreide, Nüsse, Soja.

 

Kalziumausscheidungsvermindernd: Östrogen, Phytoöstrogene, erhöhte Kaliumaufnahme, Vitamin D, basische Nahrungsmittel.

 

Die Kalziumbilanz wird hauptsächlich durch den Verlust bestimmt.

 

Kalziumausscheidungserhöhend: säurebildende Nahrungsmittel, Koffein, Alkohol, erhöhte Aufnahme von tierischem Protein, erhöhte Natriumaufnahme (Salz)

 

Insbesondere für Menschen über 45 ist es wichtig dadurch dem Abbau (ca. 0,5% pro Jahr) von Knochendichte entgegenzuwirken. In der Regel erreichen die Knochen ihre höchste  Dichte im Alter von 30-35. Bei Frauen in der Menopause kommt es, aufgrund der niedrigeren Östrogenproduktion, zu einem noch stärkeren Abbau.

Milch-Alternativen

Es gibt bereits sehr viele gute Alternativen. Milchsorten aus  verschiedensten Getreide- und Nussarten.

 

Reis-, Hafer-, Dinkel-, Soja-, Mandel-, Haselnuss- oder Sesammilch.

Keine Panik

Trotz all den vielen negativen Punkten, die der Milchkonsum bringt, ist es natürlich nicht immer notwendig zu 100% auf jedes Tröpfchen Milch oder auf jeden Löffel Joghurt zu verzichten. Klug gewählte Bio Produkte, am besten direkt vom Bauern und in Maßen genossen sind für ein gut ausgebildetes Immunsystem verträglich.

Quellen

https://www.milchlos.de

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/milch-ungesund-ia.html

 https://vgt.at/publikationen/infomaterial/milchUndKalzium.pdf