Übersäuerung ganzheitlich entgegenwirken

Stress, falsche Ernährung, zu viel oder zu wenig Bewegung und schließlich auch ganz einfach das Alter – all das sind Faktoren, die zu einer Übersäuerung (medizinisch auch Azidose genannt) des Körpers führen können. Die Symptome sind meist relativ unspezifisch: Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein, schlechte Stimmung, Reizbarkeit und Muskelverspannungen können etwa Anzeichen 


einer Übersäuerung sein. Zunächst entsteht eine latente Azidose (die Übersäuerung ist vorhanden, aber noch nicht erkennbar). Dabei ist der pH-Wert des Blutes noch im Normalbereich, allerdings nur, da der Körper die überschüssigen Säuren im Bindegewebe ablagert. Da der Organismus stark mit der Bewältigung der Übersäuerung beschäftigt ist, wird seine Funktionalität in anderen Bereichen eingeschränkt. Dauert dieser Zustand nur einige Tage an und dem Körper gelingt es, aus der Übersäuerung wieder in sein Gleichgewicht zu gelangen, ist die Übersäuerung unbedenklich. Im größten Teil der Fälle kann die Übersäuerung jedoch nicht abgebaut werden; sie wird zu einem Dauerzustand des Körpers – der chronischen Azidose. Die Folgen können vielfältig sein; von Gelenkschmerzen bis hin zu Müdigkeit, eingeschränkter Konzentration, Magen-Darm-Probleme, Reflux, Sodbrennen, Gicht, Niere, Hexenschuss, Herzinfarkt, Kopfschmerzen und vieles Weiterem. Nur selten werden diese Unannehmlichkeiten mit der Übersäuerung des Körpers in Verbindung gebracht.

Ernährung

Säureerzeuger

 

Diese werden im Köper „sauer“ verstoffwechselt. Dazu gehören Zucker, Süßigkeiten, Weiß- mehlprodukte, polierter Reis, alle geschälten Getreideerzeugnisse, Erbsen, getrocknete grüne und braune Linsen, süße Getränke, Bohnenkaffe, Alkohol.

 

Säurelieferanten

 

Diese bringen einen Überschuss an sauren Mineralstoffen (z.B. Schwefel, Phosphor, Chlor, Jod) in den Körper. Zu den Säurelieferanten gehören zum Beispiel Fleisch, Innereien, Fisch, Wurst, Geflügel, Wild, Eier, Milchprodukte, Fleischbrühe.

 

Merkmale einer basischen Ernährung:

 

Basische Lebensmittel enthalten basisch wirkenden Mineralien und Spurenelementen  wie Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen.

 

Basische Lebensmittel enthalten wenig säurebildendes Eiweiß. Wenn z.B.: zu viel Fleisch, Fisch, Eier, Soja, Paranüße oder Sesam gegessen wird – entstehen bei der Verstoffwechselung relativ große Mengen an Säure, die den Körper belasten können.

 

Ein basisches Lebensmittel regt den Körper dazu an selbst Basen zu bilden. Dazu zählen vor allem Lebensmittel die viele Bitterstoffe enthalten (Löwenzahn, Rucola, Pfefferminze, Brokkoli, …).

 

Lebensmittel die basisch auf den menschlichen Körper wirken zeichnen sich dadurch aus, dass sie viele Vitamine, Antioxidantien, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. In ihrer Summe helfen sie dem Körper beim Entgiften, ausleiten, stärken das Immunsystem und regen den Stoffwechsel an.

 

Darmgesundheit

Der Darm spielt bei der Ausscheidung von Säuren eine wichtige Rolle. Nur ein gesunder Darm kann Nahrungsmittel vollständige verdauen und dadurch auch Säuren besser und schneller ausscheiden. Daher ist die Darmgesundheit auch so wichtig um die Schlackenbildung zu reduzieren und den Körper im gesunden Säure-Basen Gleichgewicht zu halten.

Nahrungsergänzungsmittel

Mineralstofftherapie um eine bestehende Übersäuerung des Körpers abzubauen. Denn um der Übersäuerung entgegenzusetzen wird auf körpereigene Mineralstoffe zurückgegriffen (z.B.: aus den Knochen) – ein Mineralstoffmangel ist die Folge. Um festzustellen ob diese Therapie notwendig ist – 2 Wochen lang Morgenurin prüfen. Liegt der Durchschnittswert deutlich unter 6,5 ist die Einnahme von Basenpulver für einen Zeitraum von 3 Woche empfehlenswert.

Wasser

Damit die Nieren saure Stoffwechselverbindungen mit dem Urin ausscheiden können, ist eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit wichtig. Das sollte vorwiegend über die Zufuhr von Flüssigkeit geschehen, die der Übersäuerung entgegen wirken, wie stilles Mineralwasser, Fruchtschorlen ohne Zucker und Kräutertee. Leider wird aber gerade die täglich empfohlene Trinkmenge von 2 Litern oft unterschritten. Außerdem trinken viele Menschen lieber kohlesäurehaltige und stark gezuckerte Getränke, die eine zusätzliche Säurebelastung bedeuten.

Alkohol

Gerade hochprozentiger Alkohol wird im Körper sauer verstoffwechselt.

 

Beim Abbau von Alkohol werden sehr viele der basischen Mineralstoffe (Magnesium, Natrium, Kalzium, Zink) im Körper verbraucht und über die Niere ausgeschieden. Ein Mangel an diesen Mineralien kann ebenfalls zu einer Übersäuerung führen.

 

Alkohol wirkt entwässernd. Ausreichend Wasser ist aber nötig, um Giftstoffe ausscheiden zu können. Ansonsten steigt die Säurebelastung im Körper.

 

Alkohol reizt die Magenschleimhaut und kann zu einem Anstieg der Magensäure führen. Der Magen übersäuert durch Alkohol. Die Folge sind Sodbrennen, Übelkeit und saures Aufstoßen.

 

Nicht nur der Magen übersäuert durch Alkohol. Auf Dauer ist der ganze Körper von einer Übersäuerung mit Alkohol betroffen. Durch den hohen Verbrauch an Mineralstoffen greift der Körper schließlich auf die Mineralstoffdepots in den Knochen zurück. Dadurch kann eine Osteoporose entstehen. Die ständige Reizung der Magenschleimhaut kann zu einer Magenschleimhautentzündung führen. Dadurch steigt das Risiko, ein Magengeschwür zu entwickeln, stark an. Auch die Speiseröhre und der Dünndarm können durch die dauerhafte Säurebelastung nachhaltig geschädigt werden.

 

Kaffee

Bei der Betrachtung einer Übersäuerung durch Kaffee muss unterschieden werden zwischen der Wirkung von Kaffee auf den gesamten Organismus und der lokalen auf den Magen. Kaffee selbst wirkt für den Gesamtorganismus nicht säurebildend, sondern leicht basisch. Somit kann die früher oft formulierte Aussage, dass eine Übersäuerung von Kaffee ausgelöst würde, zumindest für den Gesamtorganismus klar widerlegt werden.

 Anders sieht es mit der Beziehung von Kaffee und dem Magen aus. Kaffee gehört zu den Faktoren, die die Salzsäureproduktion des Magens ankurbeln. Eine Übersäuerung durch Kaffee kann im Magen dann entstehen, wenn viel Kaffee getrunken wird und zusätzliche weitere Faktoren, wie Nikotin, Alkohol oder bestimmte Medikamente die Salzsäurebildung im Magen stimulieren. Hält dieser Zustand über längere Zeit an, sind Schäden an den Schleimhäuten von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm oft nicht zu vermeiden, z. B.:

  1. Magenentzündungen (Gastritis)
  2. Entzündungen der Speiseröhre durch Rückfluss von Magensäure (Refluxösophagitis)
  3. Zwölffingerdarmgeschwüre (Ulcus duodeni).

Je nach vorliegender Schädigung kann bei akuten Prozessen Druckgefühl, Sodbrennen bis zu starken Schmerzen auftreten. Auch Übelkeit und Erbrechen sind nicht selten. Ein direkter Bezug zwischen Übersäuerung mit Kaffee und Schleimhautschäden konnte in einer neueren japanischen Studie mit mehr als 8000 Teilnehmern nicht belegt werden. Eine weitere Studie konnte nachweisen, dass unterschiedliche Röstverfahren des Kaffees auch veränderte Magensäurebildung zur Folge hatte, wodurch z. B. das Risiko für Refluxbeschwerden gemindert wurde.

Werden nicht mehr als zwei Tassen Kaffee pro Tag getrunken, stellt dies für den gesunden Magen kein Problem dar. Da die Verträglichkeit von Kaffeeprodukten (Espresso, schwarzer Kaffee, Cappuccino) sehr individuell ist, können sich verschiedene Röstungen unterschiedlich auswirken. Ein zusätzlich bereitgestelltes Glas Wasser kann ebenfalls einer Übersäuerung durch Kaffee entgegenwirken. Die Einnahme von Säureblockern (Antazida) bringt oft schnelle Hilfe, ist als Dauermedikation jedoch ungeeignet.

Zigaretten

Eine gesunde Atemfunktion ist für die Säure-Basen-Balance wichtig. Problematisch ist deshalb auch das Rauchen. Tabakgenuss schädigt die Lunge auf vielfältige Weise und führt zu einer Abnahme der Lungenfunktion. Dadurch wird die Abatmung von saurem Kohlendioxid eingeschränkt. Gleichzeitig werden viele Giftstoffe, die eine zusätzliche Belastung von Säuren darstellen, zugeführt. Rauchen unterstützt so die Entstehung einer chronischen Über- säuerung.

Stress

Hektik, Dauerbelastung und Stress sind für den Körper ebenfalls belastend. Bei Stress werden vermehrt die Hormone Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet. Bei deren Verarbeitung entstehen Säuren, die zu einer Übersäuerung beitragen.

 

Für Entspannung sorgen – Entspannungstechniken, moderate Bewegung (laufen, walken, wandern,..), Yoga, …

Bewegung und Sport

Ausdauersport beeinflusst den Säure-Basen-Haushalt positiv, da während dieser leicht anstrengenden Tätigkeit vermehrt Säure über Haut, Schweiß und Atem abgebaut wird. Übermäßiger Sport bzw. eine zu starke Traininsbelastung kann den Körper übersäuern –Muskelkater (Übersäuerung der Muskeln, Laktat = Milchsäure). Empfehlenswert ist es daher neben einer Auf- und Abwärmphase einer Trainingseinheit auch die Intensität des Trainings zu beachten. Z.B.: beim Laufen ist sprechen noch gut möglich. In diesem Fall gerät der Körper nicht in eine Sauerstoffschuld, in welcher er sonst gezwungen wäre, Energie säurebildend abzubauen. Sollte trotzdem eine Übersäuerung eingetreten sein, hilft neben langsamem Ausbewegen (dadurch wird der Säureabbau beschleunigt) ein Gang in die Badewanne mit einem Basenbad.

Basentabletten & -pulver

Oftmals ist es mit unserem heutigen Lebensstandard und der verfügbaren Ernährung nur schwer möglich, unseren Körper in einem gesunden Säuren-Basen-Gleichgewicht zu halten. Um dieses Gleichgewicht trotzdem erreichen zu können, ist die Einnahme von Basenpulver- bzw. Basentabletten hilfreich, die in jeder Apotheke und Drogerie erhältlich sind. Sie werden drei Wochen am Stück verwendet. Bitte nehmen Sie die gesamte Tagesdosis der Tabletten / des Pulvers vor dem zu Bett gehen ein, damit Ihre Verdauung nicht beeinträchtigt wird. Ph-Wert sollte nicht über 7,5, dann wäre der Organismus zu alkalisch. In diesem Fall Dosis wieder verringern. Ziel ist es die Basentabletten nach den 3 Wochen wieder abzusetzen und mit einer 80-20 Ernährung fortzufahren. Die 3 Wochenkur sollte in erste Linie dazu dienen den Körper wieder in einen gut basischen Bereich zu bringen, nicht aber dazu schlechte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten langfristig auszugleichen.

Basenfußbad

Basenfußbad (über die Fußsohlen wird besonders viel Säure abgebaut), Diese Bäder sind auch insbesondere sinnvoll, wenn Sie sich bei einem Training sehr stark angestrengt haben und ‚aus der Puste gekommen sind, da der Körper dann vermehrt Säure anbaut.

 

Quelle:

Broschüre - Bewusst gesund sein. -Ganzheitliche Basenkur nach Dr. Ewald Töth

Broschüre - Licht-Quanten Naturprodukte. Mirkobiologische Naturkraft Dr. Ewald Töth

www.gesund-heilfasten.de/Ursachen-Uebersaeuerung.html [09.09.2016]